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Montag, 12. April 2010

squatting. erinnern, vergessen, besetzen

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Unter dem Titel "squatting. erinnern, vergessen, besetzen" zeigt die Temporäre Kunsthalle Berlin eine 22teilige Werkschau von 17 Künstlern. Die ausgestellten Exponate reichen hierbei von Videoinstallation, Fotografie, Malerei bis ihn zu Skulpturen und nehmen inhaltlich Bezug auf das Leitthema der Ausstellung. Jedoch fällt diese thematische Einheit nicht beim ersten Blick dem ungeübten Galeriebesucher auf und verlangt somit eine inhaltlich Auseinandersetzung mit den vertretenden Künstlern vor oder nach dem Museumsbesuch. Dementsprechend ist es schwierig, die "ikonische Inszenierungspraxis" von dem Künstler Tilo Schulz und dem Ausstellungsleiter Jörg van den Berg zu durchschauen, bei der die Werk inhaltlich gegenseitig aufeinander Bezugnehmen. Dies ist beim dem namenlosen Werk des Berliner Künstlers Carsten Fock der Fall. Das zentral positionierte, aus zahlreichen Farbschichten bestehende Werk korrespondiert mit seiner inhaltlichen Vielfalt, die von religöser Symbolik bis hin zur nicht Bestimmbarkeit des Augenblickes reicht, mit den vertreten Werken von Franka Hörnschemeyer, Gitte Vilesen und Antje Majewskis. So kopflastig sich dies anhört ist es dann auch. Wer hofft sich einfach Moderne Kunst erschließen zu können irrt.



Nichtsdestotrotz schadet ein Besuch nicht. Manche der Werke sind auch ohne tiefgehendes Verständnis bemerkenswert, wie zum Beispiel die Installation "Same Dice" von Franka Hörnschemeyer. Eine zwei Meter hohe Rigipsskulptur, die einem beim Betreten des Ausstellungsraumes beinahe erdrückt. Wer sich nachhaltig an die Ausstellung erinnern möchte, kann die ausliegenden Poster von Šejla Kamerić mitnehmen, auf denen schwarz-weiß Fotografien mit Zitaten von Jimmy Hendrix oder Marcel Duchamp kombiniert wurden.

Freitag, 2. April 2010

ATM Gallery - Ein Vermittler in der Street-Art-Krise?

Die Stadt als Spielplatz, als Ausdrucksmöglichkeit der eigenen Wahrnehmung, als Atelier für urbane Kunst. Street-Art scheint wie keine andere Kunstströmung so stark am Puls der Popkultur zu sein und die Auseinandersetzung mit Kunst bei jungen Menschen zu befördern. Die Melange aus Freiraumerkämpfung (Reclaim the streets), Illegalität und Farb- und Motivästhetik rücken diese Form der öffentlichen Kunst, die sich ausgehend von den ersten Graffitis in New York Ende der 60-er Jahre entwickelte, seit einigen Jahren immer mehr aus dem Schatten des Undergrounds auf die internationalen Kunstmärkte. Doch frisst diese Entwicklung nicht ihre eignen Kinder? Verstand sich Street-Art nicht als Gegenkultur zu der Kommerzialisierung des öffentlichen Raums durch Werbeplakate und der gleichen? So sind natürlich auch die vorangeschrittene Vermarktung von Street-Art und der aktuelle Streit in Berlin über die Urheberrechte der öffentlichen Werke, Öl im Feuer dieser Diskussion, die man keineswegs in einem Blog austragen kann.





Ein Vermittler zwischen den Interessengruppen scheint die ATM Gallery in der Brunnenstraße 24 zu sein. Nach eigener Darstellung geht es " ATM nicht darum Streetart von der Strasse zu verbannen und im White Cube zu verankern - vielmehr sollen Bewusstsein und Akzeptanz für diese Kunstform etabliert werden" Ob der hohe idealistische Anspruch der Betreiber umgesetzt werden kann bleibt ab zu warten, dennoch ist das Konzept von monatlich wechselnden Ausstellungen, um die Differenziertheit der Street-Art-Szene zu präsentieren lobenswert. Noch bis zum 24.04.2010 stellt die Galerie Werke der beiden Spanier Ciscoksl & Fafa aus. Auffällig bei den zu sehenden Exponaten ist der hohe Realismusgehalt. Es werden die Grenzen aufgehoben zwischen Urban-Art und Contemporary Art. Beim betrachten der Bild kommt einem die Frage auf, handelt es sich um Street-Artkünstler oder sehen sich Ciscoksl & Fafa als Porträtmaler dieser Kunstbewegung. Ein Besuch ist die Galerie alle Mal wert, egal wie man sich in der aktuellen Vermarktungsdiskussion positioniert oder einfach nur Kunst genießen möchte, denn das ist Street-Art ohne Frage.

Donnerstag, 11. März 2010

Fashion and Art auf 3min.de - oder die Diktatur der Popkultur

Egal ob Fashionblog oder Galeriegemälde, oft fragt man sich, was hinter den Bildern steckt, die man zu Gesicht bekommt, , welche Geschichte, welche Beweggründe, welche Intention. Die Onlineplattform 3.min.de zeigt in zwei Videoserien "Art Talk" und "The Zoo" einen Einblick in zwei unterschiedliche Medien der Popkultur.
"The Zoo" ist ein Fashionblog, der auf den Straßen Ausschau nach interessanten, inovativen Outfits hält und kurze Interviews mit den spontanen Models führt. Dabei werden nicht nur (vielleicht) nützliche Hinweis für den eigenen Look gegeben, sondern auch das ein oder andere Geheimnis gelüftet, z.B. wer hinter der Werbekampagne von Johnny Walk steckt. Geheimnisse werden auch bei "Art Talk" gelüftet. Hier wird, welch Wunder, zeitgenössische Kunst und deren Künstler thematisiert. Ebenfalls durch Gespräche mit den schrillsten Künstlern unserer Zeit, versucht man einen Einblick in deren Denken und Arbeitsweise zu bekommen. Vielleicht hilft das Videointerview mit Jonathan Meeses, dem einem oder anderem seine Forderung nach einer "Diktatur der Kunst" zu verstehen.