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Montag, 26. April 2010



Ein trauriger, betrübter Blick, zwei abgeschlagene Hände, die an Flügeln in den Himmel steigen. Der ehemalige Besitz reagiert mit Teilnahmslosigkeit, sodass sich der Verdacht aufdrängt, dass er weitaus größere Sorgen mit sich trägt.
Diese Melancholie und Surrealität ist exemplarisch für die 50 Zeichnungen vom Münchener Streetartkünstler und Graphiker Roland Brückner, die in der WestBerlinGallery noch bis zum 22.Mai ausgestellt sind.
Brückners Protagonisten sind Wesen, die ein Geheimnis in sich wahren, das ihnen nicht ermöglicht frei oder glücklich zu sein. Selten richten sie ihre Blicke auf den Betrachter, weichen immer wieder aus und wollen sich dem Beobachter entziehen. Wegweiser für die Entzifferung des Geheimnisvollen sind die teilweise aufzufinden Schriftzüge und Wortfetzen auf den Bildern. Durch die besondere hohe Qualität der Graphiken und dem Streetartcharakter, der einerseits durch die Zeichenweise, andererseits durch die Wahl von aufgeschlagenen Skizzenbüchern als Leinwand hervorgerufen wird, verstärkt sich diese Empfindung und lässt den Eindruck entstehen, dass man immer wieder vor der Aufdeckung des Rätsels steht, jedoch im entscheidenen Moment in die Irre geführt wird.

Sonntag, 21. März 2010

Sprachlos

The drums waren für mich die Hoffnung dieses Musikjahres, aber als ich grade dieses Video entdeckt habe, muss ich daran doch ganz stark zweifeln.

Donnerstag, 11. März 2010

Fashion and Art auf 3min.de - oder die Diktatur der Popkultur

Egal ob Fashionblog oder Galeriegemälde, oft fragt man sich, was hinter den Bildern steckt, die man zu Gesicht bekommt, , welche Geschichte, welche Beweggründe, welche Intention. Die Onlineplattform 3.min.de zeigt in zwei Videoserien "Art Talk" und "The Zoo" einen Einblick in zwei unterschiedliche Medien der Popkultur.
"The Zoo" ist ein Fashionblog, der auf den Straßen Ausschau nach interessanten, inovativen Outfits hält und kurze Interviews mit den spontanen Models führt. Dabei werden nicht nur (vielleicht) nützliche Hinweis für den eigenen Look gegeben, sondern auch das ein oder andere Geheimnis gelüftet, z.B. wer hinter der Werbekampagne von Johnny Walk steckt. Geheimnisse werden auch bei "Art Talk" gelüftet. Hier wird, welch Wunder, zeitgenössische Kunst und deren Künstler thematisiert. Ebenfalls durch Gespräche mit den schrillsten Künstlern unserer Zeit, versucht man einen Einblick in deren Denken und Arbeitsweise zu bekommen. Vielleicht hilft das Videointerview mit Jonathan Meeses, dem einem oder anderem seine Forderung nach einer "Diktatur der Kunst" zu verstehen.


























Dienstag, 2. März 2010

500 Days of Summer

"500 Days of Summer", der beste Film des letzten Jahres über die Liebe, ist nun endlich auf DVD erschienen, was jeden, ausnahmslos jeden freuen sollte . Wie eine Tagebuch, dass man wahrlos durchblättert verläuft die Story über die Beziehung zwischen Summer (Zooey Deschanel) und Tom (Joseph Gordon-Levitt). In der einen Szene sieht man das glückliches verliebt Pärchen, in der darauffolgenden den verlassenen Tom apathisch Geschirr zerschlagen. Aber nicht nur der Plot, der zwischen euphorischen Verliebtsein und herzzerreißender Melancholie springt, macht diesen Film so bemerkenswert, auch der Look der Schauspieler und natürlich der brillante Soundtrack (the Smiths, Feist, Black Lips) tragen zu dem besonderen Flair des Filmes bei. Jeder, der nichtsdestotrotz den Film für eine alberne Indie-Liebesschnulze hält, wird spätestens anderer Meinung sein, wenn er sieht, wie Tom und Summer verwirrt im Fahrstuhl stehen und "There is a light that never goes out" aus den Kopfhörern von Toms I-Pod zu hören ist.



Montag, 1. März 2010

Ich denke, also bin Ich? - Shutter Island

Amerika 1954, US-Marshal Teddy Daniels (Leonardo DiCaprio) wird auf die Insel "Shutter Island" geschickt, die als Gefängnis für psychischkranke Strafttäter dient, um das misteriöse Verschwinden einer Insassin zu ergründen. Während seiner Ermittlungen gerät er immer tiefer in die dunkelen Geheimnisse der Strafanstalt, in der augenscheinlich Experiment zur Willenskontrolle durchgeführt werden, mithilfe von Lobotomie. (eine umstrittene Operation, bei der dem Gehirn graue Subtanz entnommen wird, um den Patienten von seinen Depressionen und Schmerzen zu befreien).
DiCaprio spielt in diesem von Martin Scorsese verfilmten Bestseller von Dennis Lehane einen Polizisten, der geprägt von den Ereignissen des 2.Weltkrieges, sich gegen die Unmenschlichkeit auflehnt, selbst jedoch auch auf Rache sinnt, gegen einen Häftling, der angeblich seine Frau und Kinder umgebracht haben soll. Teddy verliert sich immer mehr in Paranoia und Verschwörungstherorien gegen ihn und ebenfalls dem Zuschauer scheinen die wahren Zusammenhänge dieses Falles zu verschwimmen, je länger er mit DiCaprio auf "Shutter Island" verweilt.

Mittwoch, 24. Februar 2010

Ausblick auf den Boxhagener Platz


Heute bin ich zufällig beim Warten auf die U-Bahn auf ein Werbeplakat gestoßen, dass meine Aufmerksamkeit auf mich gezogen hat. In großen Lettern stand darauf "Boxhagener Platz", was mich sofort aus dem Alltagstrott zog und beim weiteren studieren des Abgebildeten dazu führte, dass meine Benommenheit der vergangenden Schulstunden gänzlich verschwand. Denn dieses Plakat war keineswegs eine Werbung des Bezirks Friedrichhain-Kreuzberg für den stadtbekannten Platz, an dem an jedem Sonntag ein bunter Flohmarkt für die Hipster und alten Geier des Kiezes aufgebaut ist und zur Walburgesnacht, die ein oder andere Flasche fliegt, sondern für die Verfilmung des Romans von Torsten Schulze verfilmt über die skurrilen Ereignisse in Ostberlin zu Zeiten der Studentenrevolten im "kapitalistischen Ausland" an eben dieser kleinen Stadtoase .
Besonders die Darsteller lassen auf eine gute Umsetzung der Romanvorlage hoffen. Deswegen lasst uns im Kollektiv auf das schauspielerische Talent von Jürgen Vogel (bekannt aus jedem guten deutschen Film der letzten Jahre, wie es scheint) und Michael Gwisdek (Good Bye Lenin!, Herr Lehmann, Hilde) hoffen und allen anderen beteiligten Schauspielern.
Justus


Montag, 25. Januar 2010

Visuelle Wahrnehmung - A serious man


Im neusten Film der Coen-Brüder (Big Lebrowski) wird der jüdische Physikprofessor Larry Gopnik in einen Strudel aus Schicksalsschlägen gezogen. Seine Frau Judith (Sari Lennick) möchte sich von ihm scheiden lassen und den Witwer Sy Ablemen (Fred Melamed) heiraten, sein Sohn Danny (Aaron Wolff) verbringt seine Zeit mit dem Genuss von Marihuana und dem Versuch sein tragbares Radio von seinem Lehrer zurück zu bekommen. Larrys Tochter Sarah( Jessica McManus) ist das Haare waschen wichtiger als die Schule und Arthur (Richard Kind), sein Bruder, ist ein introvertiertes mathematisches Genie, jedoch nutzt er sein Talent für Glücksspiele und wird deswegen von der Polizei gesucht. Wäre dies nicht alles schon schlimm genug muss sich Larry mit dem südkoreanische Student Clive ( David Kang) herum schlagen, der seine Note durch Bestechung verbessern möchte. Für Larry werden diese Einbrüche in sein Leben eine Suche nach dem Sinn Gottes und der Auseinandersetzung mit seinen jüdischen Tradtionen.
Mit bittersüßem, trockenem und schwarzem Humor haben die Coen-Brüder einen Film geschaffen, der zeigt, wie sich das Leben ändern kann ohne einen Fehler begangen zu haben.
Justus